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Als Straßenkinder werden junge Menschen unter 18 Jahre bezeichnet, die ohne soziale
Bindungen an Familien oder Haushalte und ohne feste Unterkunft im Straßenmilieu leben.
Einziger menschlicher Bezugspunkt ist die „Peer Group“, Jugendliche die ebenfalls auf der
Straße leben und Schicksalsgemeinschaften bilden.
Eine Vorstufe des Straßenkinderdaseins stellen Kinder und Jugendliche dar, welche sich
tagsüber im Straßenmilieu aufhalten und abends in Familien zurückkehren.
Die Gründe für das Leben auf der Straße sind vielfältig, immer wieder werden jedoch
Gewalt, sexueller Missbrauch, wirtschaftliche Not und Ausbeutung für die Flucht auf die
Straße genannt.
Problematisch ist, dass die Kinder meist ohnehin aus gestörten sozialen Verhältnissen
ausgebrochen sind und sich in den „Peer Groups“ eigene Regeln, Rangfolgen und
Sozialisationsmechanismen bilden, die keiner gesellschaftlichen Kontrolle unterliegen und
häufig in die Kriminalität führen.
Aber nicht alle Straßenkinder sind grundsätzlich kriminell, viele verdienen ihren
Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten, die nach objektiven Maßstäben häufig als sehr
hart angesehen werden müssen.
Kanalreiniger, Träger, Fischer, die Palette der Kinderarbeit ist sehr breit, sie wird meist als
billiger Gehilfe von Erwachsenen und manchmal selbständig ausgeübt. Eine der eher
angenehmeren Arbeiten, ist der in fast jedem Afrikafilm vorkommende Schuhputzer.
Darüber hinaus sind Straßenkinder im urbanen Lebensraum keinesfalls überall
willkommen, d.h. ständige Mobilität ist für das Überleben wichtig. Heute ein Schlafplatz
hier, morgen eine Gelegenheitsarbeit dort, ein Leben ohne soziale Fixpunkte die Kindern
normalerweise Halt geben.
Sie sind den Unbillen des Wetters ausgeliefert, finden oft erst spät in der Nacht eine
Schlafstätte und müssen diese meist schon geräumt haben, bevor am Morgen der Verkehr beginnt.
Die wenige Habe die sie besitzen wird häufig gestohlen, besonders Schuhwerk ist begehrt und in der Regenzeit ohne Schuhe auf der Straße zu leben, ist ein ernstes Problem.
Wirklich schlimm ist, dass diese „Ärmsten der Armen“ ausgerechnet durch Besitz in
Gefahr gebracht werden, oft sind sie Opfer von Überfällen und Raub.
Man benötigt keine Phantasie, um zu verstehen, dass dieses Leben krank macht. Grippe,
Fieber, Kopfschmerzen und Hauterkrankungen sind alltägliche Begleiter. Kinder leiden
unter Proteinmangel und einseitiger Ernährung. 50% aller Kinder klagen über Malaria.
Tagsüber sind die Kinder auf ständiger Suche nach Ressourcen, die ihnen helfen, ihre
grundlegenden Bedürfnisse zu erfüllen. Kleidung, Nahrung, sauberes Trinkwasser und
Medizin müssen gekauft werden. Ein sicheres Dach über dem Kopf, Erholungs- und
Bildungmöglichkeiten sind ebenso Sehnsüchte dieser Kinder.
In erster Linie arbeiten sie hart um zu überleben, einige Kinder betteln auch, andere
stehlen, viele prostituieren sich.
Ihr Aktionsradius ist nach durchgeführten Studien nicht nur auf ein Stadtviertel beschränkt.
Weite Wegstrecken müssen sie oft zurücklegen, um ihren Lebensunterhalt zu erwerben,
schwere körperliche Tätigkeiten verrichten sie, Staub, Lärm und Aggression sind sie
ausgesetzt, den Gefahren des Straßenverkehrs, aber auch dem Missbrauch durch Ältere.
Die größte Anzahl von Straßenkindern findet man in Lateinamerika mit etwa 40 Millionen.
In Afrika rechnet die WHO mit mindestens 10 Millionen.
Weltweit geht man von bis zu 80 Millionen Straßenkindern aus.
Wie bereits o. in der grundlegenden Problembeschreibung dargestellt, verlieren
Straßenkinder ihre Kindheit und ihre soziale Integrität in der Gesellschaft.
Eine nomadenhafte Straßenkinderexistens schadet der Gesundheit, führt zur sozialen
Entwurzelung und zum Verlust des Vertrauens der Kinder in den Menschen.
Bildung, Geborgenheit, geregelte Mahlzeiten und vertrauensvolle Bindungen sind für uns
selbstverständlich. Für Straßenkinder sind sie der Traum von einem nicht zu erreichenden Lebensvorbild.
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